DreylandDichterweg

Anna Keller

1879–1962, Basel

War Lehrerin in Basel; wurde erst in späteren Jahren zur Lyrikerin und Jugendschriftstellerin

(vorgelesen von Beat Trachsler)

Uus und feertig

Dä heerlig Schnee! Und jetz dä Gruus!
Gang lueg, wie s pflotscht um unser Huus.
Es dropft ab alle Baim und Hääg.
E Bächli lauft im Gaartewääg.

Und lueg my Schneemaa! S isch e Schand.
Der Bääse rutscht em us der Hand.
Er stoot scho grumm.
Bald fallt er um.
I maag s nit glaube, doch s isch woor:
s isch uus und fertig fir daas Joor.

Still! D Mamme rieft. Was het si gsait?
Si gumpt schier uff vor luuter Fraid.
E Meerzegleggli stieng im Schnee?
Si straalt, as wär e Wunder gschee.

In: Wienacht und Winterfraid, 1931 Anna Keller, Basel (1879–1962), CH

Leben

Anna Keller besuchte die Töchterschule in Basel und machte anschliessend eine Ausbildung zur Primarlehrerin. Sie unterrichtete einige Jahre in Binningen, Gelterkinden und Basel und bildete sich parallel dazu an der Universität Basel zur Mittellehrerin weiter. Während 24 Jahren unterrichtete sie im Dreirosenschulhaus als Sekundarlehrerin. Anna Keller war Präsidentin des Basler und Schweizerischen Lehrerinnenvereins, setzte sich für die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter ein und war Mitgründerin des Vereins für Frauenstimmrecht.

Sie wurde erst in relativ späteren Jahren zur Lyrikerin und vor allem für ihre Kinder- und Jugendbücher bekannt, die sie zum Teil auch auf Baseldeutsch verfasste.

Werke

Wienacht und Winterfraid. Basel 1931.

Kindermärchen. Aarau 1937. 

Kleine Wunderwelt. Aarau 1939.

Um die liebe Weihnachtszeit. Basel 1940.

So härzigi Tierli git’s. Aarau 1943.

O Tannenbaum. Basel 1943.

Ein Winter im blühenden Holderbusch. Aarau 1944.

Wiehnachtsvärsli zum Uffsage unterem Tannebaum. Basel 1944.

Gibt es ein Christkind? Basel 1945.

Glick und Säge. Aarau 1947.

Wir Bergleinkinder. Basel 1948.

Ihr Kinderlein kommet! Basel 1949.

Am Himmel goht e Tirli uff. Basel 1951.

Erntedankfest – Spiele. Basel 1951.

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder. Basel 1952.

Z’Basel an mym Rhy. Basel o. J.

Ausserdem verschiedene Hefte des Schweizerischen Jugendschriftenwerks.

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