DreylandDichterweg

Hans Rudolf Schwabe (Urban)

1924–2014, Basel

War Autor und Buchhändler; gründete 1954 den Pharos Verlag und 1976 die Zeitung für den Westteil der Stadt, den „Stadt-Tambour“; in seinen Baseldeutsch-Gedichten dominiert ein versöhnlicher Humor.

(vorgelesen von Beat Trachsler)

S Wiisedaal

S isch Ussland und halt ainewääg vertraut,
und s het no Blatz. S isch nooni so verbaut
wie unser Basel. D Lyt sinn glyych wie miir
und schwätze wie der Hebel. Dooderfiir
haisst s z Stuegert ääne, s Wiisedaal syg d Schwyz,
und s Volgg syg schaffig, suuber, doch voll Gyz.

Drum haan i z Basel männgmool langi Zyt
noo’m Wiisedaal und syne glatte Lyt.
Derzue, i gstand s, het fir mi halt e Raiz
so männgi feini Wiisedääler Baiz
mit Nuss und Suuser und e weeni Spägg.
Us soo’me Baizli bringsch mi kuum ewägg! …

Leben

Urban, bürgerlicher Name Hans Rudolf Schwabe, wurde in Basel geboren. Nach dem Besuch der Primarschule und des Humanistische Gymnasiums in Basel folgte ein Studium der Volkswirtschaft an der Universität Bern (1942–1947). Nach seiner Promotion zum Dr. rer. pol. arbeitete er in verschiedenen Buchverlagen in Holland und Basel. 

1954 gründete er einen eigenen Verlag, die Firma Pharos Verlag H. Schwabe AG, und war journalistisch und verlegerisch tätig.

In der 1976 gegründeten Monatszeitung „Stadt Tambour“ für die Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere von Grossbasel-West publizierte er jeweils auf der Titelseite ein baseldeutsches Dialektgedicht unter dem Pseudonym Urban. Hans Rudolf Schwabe war Mitglied des PEN – Clubs.

In seinen Gedichten dominiert ein versöhnlicher Humor.

Werke

Ganz im ghaime: baseldytschi Värs durs Johr dure. Basel 1986.

Doo bin i gärn: Baasler Väärs. Basel 1991.

Wäär – woo – waas: neii Urban Väärs. Basel 2001.

©Myrte Schwabe-Burckhardt, Basel